Agenda 2030 der Kammern der Architekten RLD der Provinzen BOZEN und TRIENT

Nachhaltigkeit im gebauten und sozialen Umfeld

17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung
Die 2015 von den UN-Mitgliedsländern unterzeichnete Agenda 2030 definiert globale Strategien für eine nachhaltige Entwicklung. Das Dokument listet 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs), die bis 2030 in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft erreicht werden sollen. Die weltweit gültigen Ziele und die dazugehörigen 169 Zielvorgaben involvieren alle Staaten und Gesellschaftsbereiche, von privaten Unternehmen bis zum öffentlichen Sektor, von der Zivilgesellschaft bis zu den Akteuren in den Bereichen Information und Kultur. Sie bilden eine gemeinsame Grundlage, von der ausgehend die Welt erneuert und nachhaltig gestaltet werden soll.
Diese Ziele setzen sich mit den drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung – wirtschaftlich, sozial und ökologisch – auseinander, um der Armut ein Ende zu setzen, Ungleichheit abzuschaffen, den Klimawandel zu bekämpfen und friedvolle, die Menschenrechte respektierende Gesellschaften aufzubauen. Wenn es um Nachhaltigkeit geht, kann man – selbst aus einer architektonisch-stadtplanerisch-territorialen Perspektive – nicht auf diese strategische und programmatische Vision verzichten.
Der von der Kammer der Architekten, Raumplaner, Landschaftsplaner und Denkmalpfleger der Provinzen Trient und Bozen unternommene Versuch, einen Weg zu einer nachhaltigen Region zu skizzieren, bestand darin, die wichtigsten Bedürfnisse, Anliegen und wünschenswerten Perspektiven im Hinblick auf die gebaute Umwelt zu sammeln und sie zu den 17 Zielen in Bezug zu setzen. Natürlich sind einige davon enger mit den spezifischen Themen des Sektors verbunden, während andere auf den ersten Blick außer Reichweite zu liegen scheinen.
Der Prozess in der Arbeitsgruppe hat äußerst interessante Ergebnisse erzielt und gezeigt, wie der Beitrag der Bauindustrie in verschiedenem Maße auf die gesamte Frage der nachhaltigen Entwicklung ausgeweitet werden kann.
Gemäß dieser Perspektive interpretieren die folgenden 17 Punkte die entsprechenden SDGs aus architektonischer, städtebaulicher und raumplanerischer Sicht. Der Fokus liegt auf lokalen Gegebenheiten, ohne die globale Vision zu vernachlässigen.
Das Dokument stößt einen Diskurs über Nachhaltigkeit in unserem gebauten und sozialen Umfeld an, an dem alle eingeladen sind teilzunehmen.
 
Von den beiden Vorständen der Architektenkammern BZ und TN im November 2023 beschlossen:
Arbeitsgruppe:
Niccolò Aste, Matteo Bolgan, Virna Bussadori, Nicola Chiavarelli, Mauro Marinelli, Stefano Peluso, Giorgio Tecilla, Ingrid Tosoni, Anna Viganò, Tullio Zampedri

Die Agenda als PDF zum herunterladen
 
Unserere Region genießt vielfach eine Sonderstellung – auf nationaler und europäischer Ebene, wenn nicht sogar weltweit. Umweltschutz, Soziales und Wirtschaft ergänzen sich und greifen ineinander, sodass es unserem Land gut geht und der Lebensstandard durchschnittlich hoch ist. Die Region verfügt über große landwirtschaftliche Flächen, Felder und Wälder, die sich zu einzigartigen Panoramen zusammenfügen; Augenmerk wird auch darauf gelegt, dass sich Ortschaften und Infrastrukturen harmonisch in die Naturlandschaft einfügen. Seine bewegte Geschichte im 20. Jahrhundert macht Trentino-Südtirol auf internationaler Bühne zu einem Vorzeigemodell für die Lösung geopolitischer Konflikte zwischen Volksgruppen mit unterschiedlichen Gebietsansprüchen. Auch wenn die Entwicklung nicht in beiden Provinzen gleich verlief, konnten doch beide in wesentlichen Wirtschaftszweigen wie Landwirtschaft, Industrie, Handel und Tourismus wichtige Ziele erreichen, die dem Standort Trentino-Südtirol und der lokalen Wirtschaft deutlichen Aufschwung verliehen.
Dieser Erfolg war jedoch kein Selbstläufer – vielmehr haben jahrelanges Engagement und konkrete Weichenstellungen einen allgemein hohen Standard herbeigeführt. Er beruht auf einem fein austarierten System, an dem immer weitergearbeitet wird, damit die erreichte Ausgewogenheit nicht nur erhalten, sondern möglichst noch verbessert wird.
Gebäude, Ortschaften und Infrastrukturen sind in diesem Kontext das Grundgerüst, das alles trägt und das Land identitätsstiftend prägt. Die Raumplanung und die Verwaltung der gebauten Umwelt auf den einzelnen Ebenen sind deshalb von größter Bedeutung.
Wenn man von Nachhaltigkeit und dem Dreiecksverhältnis zwischen Sozialem, Wirtschaft und Umwelt spricht, kann man den Bausektor nicht außen vor lassen – weder bei uns noch anderswo. Auf die Bau- und Gebäudewirtschaft entfallen in der Europäischen Union rund 40 Prozent der Schadstoffemissionen, 50 Prozent des Verbrauchs von Rohstoffen, zwischen 40 und 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs, 30 Prozent des Wasserverbrauchs und 30 Prozent des Abfallaufkommens. Hierzulande fällt der Bausektor weniger stark ins Gewicht. Das liegt zum einen an den Eigenheiten unserer Region, ist zum anderen aber auch weitsichtigen politischen Entscheidungen zu verdanken, beispielsweise dem kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Energien und dem gezielten Aufbau von Kompetenzen im Bereich der Energieeffizienz. Gleichzeitig ist unsere Region aber im besonderen Maße anfällig für bestimmte Probleme wie beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels, der sich im Alpenraum besonders stark zeigt. Die Bekämpfung des Klimawandels und die schnelle Minderung der Schadstoffemissionen gehören deshalb gerade zu den vordringlichen Aufgaben. Oberste Priorität hat demnach alles, was den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduziert.
Auch hier steht Trentino-Südtirol vergleichsweise privilegiert da. Dennoch stellt sich die Frage, ob der Status quo in Hinblick auf die neuen Herausforderungen, die sich in Gegenwart und Zukunft stellen, nicht konsolidiert und aktualisiert werden muss.
Die Architektur, die Raum- und Landschaftsplanung, der Denkmalschutz und die Unternehmen im Bausektor können sich je nach Tätigkeit auf vielfältige Weise dafür einsetzen, die nachhaltige Entwicklung unserer Region voranzutreiben. Wir haben versucht, einige wesentliche Bereiche herauszugreifen und jeweils eine Vision dafür zu entwickeln, die sicher subjektiv, aber aus unserer Sicht dennoch ausreichend breit ist (wenngleich noch Erweiterungspotenzial besteht).
Das wichtigste Instrument auf lokaler Ebene ist die allgemeine Raumplanung, die behutsam die verschiedenen Dynamiken berücksichtigen und dabei auch mögliche Widersprüche auflösen muss. Ein einfaches Beispiel: Der Kubaturbonus für die energetische Sanierung erhöht zwar den Umweltstandard der Gebäude, kann jedoch ohne die gebotene Sorgfalt zu einem unkontrollierten Wachstum abgelegener Gebiete führen, mit unvermeidlichen Auswirkungen auf die Mobilität und die Landschaft. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Tourismus: Gerade weil er für unsere Wirtschaft so entscheidend ist, muss er sorgsam kontrolliert und gesteuert werden, damit er nicht seine eigenen Grundlagen untergräbt und letztendlich zerstört.
Jedes bauliche Vorhaben bedarf einer individuellen Betrachtung und maßgeschneiderter Lösungen. Dennoch müssen diese Lösungen Teil einer umfassenden und organisch sich entwickelnden Gesamtvision sein, bestehend aus Regelungen, begleitenden und ausgleichenden Maßnahmen und konkreten Eingriffen.

Auf städtebaulicher Ebene ist die Sanierung von besonderer Bedeutung, aber auch die Fertigstellung laufender Projekte sowie, in geringerem Maße, die Erweiterung von Bestandsgebäuden. Ziel einer nachhaltigen Stadt oder Siedlung ist es, einen inklusiven, barrierefreien und sicheren Ort zu schaffen, der gut für die Gesundheit ist und möglichst das soziale Wohlbefinden fördert. Deshalb müssen wirtschaftliche und unternehmerische Tätigkeiten mit den Bedürfnissen der Bevölkerung zusammengeführt werden. So können gemeinsame, auf Gegenseitigkeit beruhende Interessen entstehen. Auch hier spielt die energetische Sanierung wieder eine Rolle. Das neue Paradigma scheint dabei die Smart City zu sein: Hier werden mit erneuerbaren Energien betriebene „smarte“ Gebäude miteinander vernetzt, wobei Erzeugung und Verbrauch (etwa von Solarstrom) intelligent optimiert werden.
Die Gebäudearchitektur ist schließlich das Basiselement der gebauten Umwelt: Nachhaltige Gebäude fügen sich zu nachhaltigen Städten zusammen, die wiederum Teil einer nachhaltigen Region sind. Südtirol – aber auch das Trentino – blickt auf eine lange Tradition umweltschonender Baupraktiken zurück, mit denen man schon immer versuchte, möglichst viel Energie einzusparen. Ein wichtiges Stichwort ist hier das KlimaHaus, das den heutigen Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitszielen im Bausektor um Jahre voraus war und auch auf internationaler Ebene neue Maßstäbe setze. Der durchschlagende Erfolg der Zertifizierung kam jedoch nicht von ungefähr: Er war getragen von heimischen Betrieben, die mit hochwertigen Produkten und Materialien überzeugten und es verstanden, Innovation und Tradition in Einklang zu bringen.
Selbst ein einmal erlangter Wettbewerbsvorteil muss jedoch immer wieder gefestigt werden, vor allem in einer globalen Branche wie der nachhaltigen Architektur, in der ständig neue Antworten und Lösungen geliefert werden. Gleichzeitig ändern sich gerade auch die funktionalen Anforderungen, wie man am Beispiel von kombinierten Heiz- und Kühlsystemen sehr gut erkennen kann (wobei vor allem das Kühlsegment immer weiter wächst). Das Verharren auf festgefahrenen Standpunkten, die jedoch in nicht allzu ferner Zukunft überholt sein dürften, ist gefährlich. Was sich im Allgemeinen feststellen lässt: Es scheint ein gewisses Unvermögen zu geben, eine heimische Architektursprache zu entwickeln bzw. diese neu zu denken – eine Sprache, die in der Lage ist, die Eigenschaften und Hochwertigkeit der neuen Generation umweltverträglicher Gebäude zum Ausdruck zu bringen und zu interpretieren. Ein Beispiel: Die Einbindung erneuerbarer Energien bedeutet in den meisten Fällen die Installation von Solarmodulen auf den Flächen der Gebäudehülle. Für die meisten Planungsbüros sind die Module, wenngleich zweifellos nützlich, Störfaktoren von geringer Ästhetik. Statt die Solarmodule tatsächlich zu integrieren, werden sie daher häufig wohl oder übel montiert und mehr oder weniger erfolgreich kaschiert oder verborgen.
Unsere Region hat verschiedene kulturelle Wurzeln. Das New European Bauhaus könnte vor diesem Hintergrund eine wichtige Richtschnur sein, um die Nachhaltigkeitsziele in der Raum- und Städteplanung sowie in der Gebäudearchitektur zu erreichen. Die Umwelt-, Wirtschafts- und Kulturinitiative vereint Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Artenvielfalt, Ästhetik und Inklusion und wurde kürzlich von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen, um den ökologischen Wandel in der gebauten Umwelt voranzutreiben.
Der Modernismus, dem Bauhaus und Rationalismus zuzuschreiben sind, stellte einen Höhepunkt des architektonischen Denkens im deutschen Sprachraum dar und ist bis heute einer der wichtigsten Bezugspunkte großer italienischer Bauwerke. In einer Region, in der zwei Volksgruppen und ihre jeweiligen Kulturen so reibungslos (und nutzbringend) zusammenleben, könnten ihre jeweiligen Besonderheiten und Potenziale in einer Bauweise zusammengebracht werden, die die planerischen und ausführungstechnischen Traditionen beider Seiten vereint und so Innovationen hervorbringt und nachhaltige Entwicklung weiterdenkt.

Bozen, im November 2023
Diese Überlegungen zum Konzept „Nachhaltigkeit“ entspringen dem Wunsch, die inzwischen anerkannten, jedoch allgemeinen und mehrdeutig-universellen Definitionen zu überwinden und einige Vorschläge zu formulieren, die sich an den regionalen Anforderungen und der beruflichen Praxis orientieren.
Ausgehend von der Annahme, dass für nachhaltige Prozesse Maßnahmen gefragt sind, die darauf abzielen, auch die wahrgenommene Qualität der uns umgebenden Räume zu erhöhen, erkunden wir in diesem Beitrag Themen und Perspektiven zu unserer Arbeit, um damit eine Sichtweise zu überwinden, die allzu oft auf die alleinigen Zwecke der Leistungsfähigkeit reduziert zu sein scheint und mit einer „messbaren“ Quantifizierung gleichzusetzen ist.
Die ökologische und kulturelle Krise, die unsere Gegenwart prägt, führt zu einem gefährlichen Verlust an Visionen und an planerischer Konzeptionierung sowie zu einem vorherrschend erdrückenden Gefühl von Zukunftsangst, was sich allzu oft in einer passiven und nutzlosen Untätigkeit ausdrückt. Auch in unserer Zunft wird das so wahrgenommen, wo die Scheu vor einem Handeln noch gesteigert wird durch die obsessive Anwendung von Regeln – häufig formaler Art. Diese werden mit bürokratischer Herangehensweise gehandhabt, was den Raum für Innovationen, Kreativität und konzeptionelles Arbeiten verschließt, für die Tätigkeit von Architekten aber seit jeher elementar ist.
In Krisenzeiten wie jetzt halten wir es für notwendig, in die Zukunft zu blicken, statt vor dieser wegzulaufen. Es gilt, mit konkretem und handlungsorientiertem Optimismus nach vorn zu schauen, unterstützt durch eine weitsichtige Auftraggeberschaft, die sich der auf dem Spiel stehenden Werte bewusst ist.
 
Eine Planung, die ihre eigenen Implikationen nicht berücksichtigt, und sei es nur in Bezug auf die verwendeten Materialien und Ressourcen, ist nicht nachhaltig. Sich nicht damit auseinanderzusetzen, wie weit wir mit unserer Planungstätigkeit in die Umwelt (Natur, Gesellschaft, Wirtschaft) eingreifen, ist nicht nachhaltig. Ein ausschließlicher Blick auf die Kosten von Projekten, ohne ihren Wert als permanente Faktoren für Veränderungen der Umwelt zu berücksichtigen, ist nicht nachhaltig. Fehlt das Bewusstsein für die Notwendigkeit, sich mit dem Konzept der Belastbarkeitsgrenzen zu beschäftigen, so ist das nicht nachhaltig.
 
Unsere Berufstätigkeit erfordert eine ethische Haltung der wiedererlangten „Dienstbereitschaft“ und frischen Mut, um uns eine flexible Herangehensweise wieder zu eigen zu machen, die denjenigen „Regeln“ Aufmerksamkeit widmet, die uns unsere Umgebung vorgibt – mit Grenzen und Möglichkeiten. Eine entschlossene, aber respektvolle Herangehensweise, die aus Begrenzungen Nutzen zieht und dabei sowohl Umweltkräfte als auch die funktionellen, gestalterischen und symbolischen Werte zusammenführt, die ein jedes Bauwerk für den Einzelnen und für die Gemeinschaft darstellt.
 
Dieser Beitrag setzt auf eine übergreifende Betrachtung, mit Augenmerk auf die Besonderheiten unserer Region, und möchte einige vorrangige Themen betonen:
 
Stärkung des gestalterischen Prozesses in Raumplanung und Städtebau
Die Ziele der „Agenda 2030“ erfordern Instrumente, die diese Zukunftsvision in eine neue, gemeinsam angestrebte Ordnung und in neue Lebensräume übersetzen können. Aus dieser Perspektive ist es grundlegend, das Potenzial von Raumplanung und Städtebau erneut zur Geltung zu bringen: als ein wirksames Instrument zur Einordnung und Ausrichtung der großen Veränderungen in Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft etc., die unsere Zeit prägen.
Hingegen zeigt sich, wie Planungsprozesse zunehmend ihre Rolle als gestalterisches Instrument einbüßen, einst entstanden für die Umsetzung von Zukunftsvisionen. Dieser Prozess des „Bedeutungsverlustes“ konkretisiert sich in einer bizarren Umkehrung der Hierarchie, in der strategische Ziele eigentlich Vorrang vor Verfahrensinstrumenten haben sollten. Das Nichtvorhandensein von gestalterischen Ideen wird so allzu oft durch redundante Regeln und Verfahren kaschiert, was mit einem weitverbreiteten Rückgriff auf regelwidrige und zumeist unkontrollierte Mechanismen einhergeht. Es zeigt sich eine Art Ritualisierung der städtebaulichen Prozesse, was diese Disziplin entwertet und häufig zu sinnentleerten Planungen führt.
Folgt man der Logik der „Agenda 2030“ und bringt das ideale gestalterische Potenzial von Planungen erneut zur Geltung, dürfen eine gesellschaftliche Verständigung auf Entscheidungen und multidisziplinäre Herangehensweisen jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Die Partizipationsinstrumente müssen in den verschiedenen Phasen der Planungsprozesse ein zentrales Gewicht haben und den häufig zu beobachtenden formellen Charakter überwinden. Der Rückgriff auf das Instrument der Zonierung und die Konzentration auf Regeln, die auf geometrischen Parametern basieren, muss endgültig überwunden werden. Diese Instrumente führen zu statischen und unflexiblen städtebaulichen Planungen und zu einer immensen Verarmung der Stadtstrukturen, sowohl mit Blick auf das morphologische Profil als auch in Bezug auf die funktionale Zusammensetzung.
 
Nachhaltigkeit als Schlüssel für eine verbürgte Qualität von Lebensräumen
Das Management von Räumen und Ressourcen, die zunehmend knapper und fragiler werden, kann nur dann als nachhaltig gelten, wenn die Transformationsprozesse die Komplexität der beteiligten Faktoren berücksichtigen. Dieser Komplexität kann nicht nur mit den Mitteln einer Technifizierung begegnet werden, die sich auf ein Dogma der Messbarkeit von Phänomenen stützt, in einer rein leistungsorientierten Logik, welche die Aspekte der Wahrnehmung, Psychologie und Symbolik vernachlässigt, die für den Menschen seit jeher mit seiner Art der Nutzung und Veränderung von Räumen verknüpft sind. Die Instrumente, von denen auszugehen ist, sind die Entwurfs- und Planungsverfahren, die per se multidisziplinär und vorausblickend sind. Widmet man ihnen ausreichend Zeit und Energie, können sie für Transformationsprozesse Nachhaltigkeit gewährleisten, in Hinblick auf Integration und Interaktion sowie auf die Synergie zwischen Raum- und Stadtplanung und zwischen Gebäudeentwurf und Landschaftsgestaltung.
 
Erforschung von Voraussetzungen und Verbreitung von Wissen
Wissenschaft und Technik können in einem System von Netzwerken und geteiltem unabdingbaren Know-how eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung erbringen. Anhand von soziologischen Daten, Umweltstudien und Ökosystemanalysen ist die Technologie in der Lage, eine diversifizierte und detaillierte Wissensgrundlage zu liefern: grundlegende Werkzeuge, um die gegenwärtige Komplexität zu beherrschen und gekonnte Planungswege zu beschreiten. Ein Wissensschatz, der veröffentlicht und für alle zugänglich sein sollte, um eine intelligente und wirksame Verwendung zu befördern.
 
Anpassungsfähigkeit an Veränderungen, Aufenthaltsqualität und Flexibilität von Räumen
In einem immer komplexer werdenden System, in dem große (klimatische, ökologische, soziale, geopolitische ...) Veränderungen fortwährend die „Ordnung der Dinge“ auf eine harte Probe stellen, ist es unerlässlich, dass Städte, Landschaften und Gemeinschaften darauf vorbereitet sind. Frauen und Männer, mit all ihren Unterschieden und Eigenheiten, müssen wieder in den Mittelpunkt der Bauentwürfe und der Raum- und Städteplanung gestellt werden. Wir leben in einer Zeit der Migration und der Wanderbewegungen, des Wandels, in der dem „Wohnort“ zeitlich und räumlich eine veränderliche Bedeutung beigemessen wird, mit immer unschärferen Grenzen. Dieser Herausforderung gegenüber müssen wir uns in Demut üben und Änderungen an unseren Plänen akzeptieren. Gleichzeitig muss der Blick auf die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit des öffentlichen und privaten Raumes sowie des Wohnumfeldes gerichtet werden. Wir müssen darauf vorbereitet sein, Menschen aufzunehmen und Wohnraum mit multikulturellen und integrativen Qualitäten zu schaffen, durch eine auf Barrierefreiheit und zukünftige Anpassungsfähigkeit gerichtete Planung.
 
Verantwortungsvolle Nutzung von Ressourcen und Schönheit unserer Lebensräume
In einer begrenzten Welt ist es unerlässlich, den Flächenverbrauch zu stoppen, ein Phänomen, das unser aus dem Gleichgewicht geratene Verhältnis zum Raum und zu den verfügbaren Ressourcen zeigt. Politische Entscheidungen und Planungstätigkeiten können nicht länger ignorieren, dass Ressourcen knapp sind und dass in Sachen Resilienz und Anpassungsfähigkeit gehandelt werden muss.
Eine ethische Herausforderung – unausweichlich und anspornend für alle. Diesem Wandel, den unsere krisenhafte Zeit uns auferlegt, müssen wir uns stellen, ohne in radikale oder ideologische Ansätze zu verfallen, um neuen Erkenntnissen Raum zu geben: Landschaftspflege, Augenmerk auf Schönheit und Aufenthaltsqualität von Räumen, Energieeffizienz, architektonische Qualität von Gebäuden und Infrastrukturen, Grünpflege sowie Mobilität – diese Anforderungen müssen trotz aller Komplexität in Einklang gebracht werden.
 
Die Notwendigkeit, sich wieder auf ein einheitliches Ziel zu verständigen
Wir kommen aus einer Planungstradition, die auf dem Instrument der Zonierung basiert: Wohngebiete, Gewerbe- und Industriegebiete, offene Landschaft, Natur, Landwirtschaft. Begriffe und Definitionen, die wir uns im Laufe der Zeit zu eigen gemacht haben, um die außerordentliche Komplexität in Kategorien zu ordnen. Diese Einteilung führt heute jedoch zu Zwängen und Verzerrungen, die uns daran hindern, Räume und Landschaften als das zu betrachten, was sie sind: ein Ökosystem, bestehend aus sehr engen und wechselseitigen Beziehungen, die sowohl förderlich als auch schädlich sein können. Wir müssen die Abgrenzungen überwinden, die wir selbst errichtet haben, um neue Standpunkte einnehmen zu können, die das Bewusstsein schärfen und den Blick darauf richten, dass Lebewesen, Orte und Elemente eng miteinander verbunden sind. Es genügt nicht, sich auf eine große Zahl an Werkzeugen und Theorien zu stützen. Wir müssen vielmehr Wissensvermittler sein für die bestehenden und zukünftigen Dynamiken im physischen Raum, im wirtschaftlichen Ökosystem, in Umwelt, Gesellschaft, Technologie und der konkreten Umgebung. Es gilt zu erkennen, welche Regeln einen bestimmten Ort ausmachen, um gute Architektur zu erschaffen, die selbst bei veränderten Bedingungen zu einer Entwicklung der Ökosysteme beiträgt, die alle „Bewohner“ beachtet.
 
 
Trient, November 2023
 
Ziel 1: KEINE ARMUT

Ziel 1: KEINE ARMUT

Armut in all ihren Formen und überall beenden

Eine lokale Baukultur, die ethische Verantwortung übernimmt und sozial ausgerichtet ist, stellt die Bedürfnisse der Menschen und das kollektive Wohlbefinden in den Mittelpunkt. Die Debatte über die Verfügbarkeit von Wohnraum in unserer Region sollte nicht kurzfristigem Gewinndenken geopfert werden. Die Bedürfnisse der Gemeinschaft, wie Wohnraum, Barrierefreiheit, wirtschaftlich tragbare Mieten, Beteiligung und Integration, müssen wesentlicher Bestandteil aller Bauprozesse sein.
Eine würdige Arbeit ist entscheidend für die persönliche Erfüllung und den nachhaltigen Fortschritt, indem sie zum Kampf gegen Armut beiträgt. Dabei ist es wichtig, die Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Produktionskette zu überwachen. Ziel ist es zu garantieren, dass für alle Arbeitskräfte unabhängig von ihrer Position faire und sichere Bedingungen gelten. Daher müssen angemessene Kontrollmaßnahmen ergriffen werden, um soziale Verantwortung zu fördern, die Rechte der Beschäftigten zu schützen und letztendlich ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Wir können dazu beitragen, soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, indem wir uns für Arbeits-, Miet- und Eigentumsbedingungen engagieren, die auf mehr Gerechtigkeit ausgerichtet sind.
Ziel 2: KEIN HUNGER

Ziel 2: KEIN HUNGER

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Die rapide Abnahme der Biodiversität stellt, gemeinsam mit dem Klimawandel, eine der größten Bedrohungen für das Überleben der Menschheit dar. Die Probleme betreffen nicht nur ferne Länder, sondern auch unsere Region. Die Gewinnung und Nutzung natürlicher Rohstoffe sowie die Ausdehnung städtischer Gebiete durch die Verbauung und Versiegelung von offenen Flächen und Wegen führen zur Zerstörung natürlicher Ökosysteme. Der Klimawandel zerstört unsere natürlichen Ressourcen und begünstigt das Überleben invasiver Arten. Die Bedrohung unserer Wälder ist offensichtlich.
Wertschätzung für unsere Landwirtschaft und für unsere Lebensmittelketten sind von grundlegender Bedeutung, um die Qualität unserer Ernährung zu verbessern. Durch gezielte Förderung der landwirtschaftlichen Produktivität auf regionaler Ebene stärken wir nicht nur die Selbstversorgung, sondern stärken auch ökologisch nachhaltige Praktiken. Entscheidend ist es, den sozialen Wert der bäuerlichen Arbeit anzuerkennen. Die Landwirtschaft muss langfristig wirtschaftliche Sicherheit gewährleisten und somit eine nachhaltige Basis für die Zukunft unserer Ernährungssysteme schaffen. Wir müssen den Flächenverbrauch bekämpfen, Grünflächen, nicht bebaute Flächen und natürliche Ökosysteme erhalten und fördern, um anstelle von monokulturellen Anbauformen die Vielfalt zu begünstigen. Pflanzenvielfalt schafft Lebensräume und bietet vielen Tierarten eine wichtige Lebensgrundlage. Bei der wirtschaftlichen Machbarkeitsanalyse von Bauprojekten ist es wichtig, auch die ökologischen Vorteile zu berücksichtigen, die natürliche Ökosysteme der Gesellschaft bieten. Die Erhöhung der Bebauungsdichte soll nicht gleichbedeutend sein mit einer Zunahme der Bodenversiegelung. Die Landschaftsplanung muss zu einem grundlegenden Bestandteil aller Planungsprozesse werden.
 
Ziel 3: GESUNDHEIT und WOHLERGEHEN

Ziel 3: GESUNDHEIT und WOHLERGEHEN

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Die Gesundheit und das psychophysische Wohlbefinden stehen in enger Verbindung mit der Qualität und Zugänglichkeit der gebauten Umwelt. In diesem Sinne ist es Aufgabe der Projekt- und Raumplaner, gesunde Städte zu schaffen, die harmonisch in die Landschaft integriert sind und weitgehend den Rhythmen der Natur folgen (zum Beispiel durch die Ausweitung von Grünflächen und die vollständige Neugestaltung des Verkehrssystems). Auf der Ebene des Bauwesens ist es außerdem notwendig, bereits in den Planungsphasen die Verschmutzung durch gefährliche Chemikalien und die Kontamination von Luft, Wasser und Böden zu verhindern (zum Beispiel durch eine sorgfältige Auswahl der Materialien und deren verantwortungsvolle Verwendung). Hohe Standards für thermohygrometrischen, akustischen, licht- und lufttechnischen Komfort sollten ebenfalls im Mittelpunkt des architektonischen Planens stehen. Dafür ist es notwendig, dass die Fachleute in diesem Bereich ihre Kompetenzen vertiefen und erweitern. Ein letzter wichtiger Aspekt ist die fortschreitende Alterung der Gesellschaft: Sie macht es notwendig, Gebäude und Städte an die Bedürfnisse dieser älteren Bevölkerungsgruppen anzupassen.
 
Ziel 4: HOCHWERTIGE BILDUNG

Ziel 4: HOCHWERTIGE BILDUNG

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern

Wissenschaft und Technik können, sofern angemessen ausgerichtet, in einem immer unverzichtbarer erscheinenden System von Kommunikationsnetzwerken und Wissensaustausch eine wirklich nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Sich die globalen und lokalen Nachhaltigkeitsziele bewusst vor Augen zu führen und dahingehende Kompetenzen zu entwickeln, ermöglichen es, sie in den Entscheidungsprozessen angemessen zu berücksichtigen, insbesondere auf regionaler Ebene. Es ist daher notwendig, die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen vor Ort zu verstehen, um effektiv darauf reagieren zu können. Ein umfassendes Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen, darunter Architektur, Stadtplanung, Umweltwissenschaften, Sozialwissenschaften, Anthropologie und Wirtschaft, sind unerlässlich. Unsere Entscheidungsträger auf Provinz- und Gemeindeebene müssen Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch von Erfahrungen schaffen und die Umsetzung der erzielten Ergebnisse fördern. Die Entwicklung einer nachhaltigen Baukultur hängt hauptsächlich von der Sensibilisierung ab. Eine erfolgreiche Baukultur basiert darauf, dass die von der Gemeinschaft als wesentlich erachtet wird. Eine zukunfts- und umweltorientierte Baukultur trägt dazu bei, dass sich städtische und ländliche Landschaften nachhaltig entwickeln, indem sie nachhaltige Baupraktiken und Lebensstile fördert. In diesem Sinne fördern die Zusammenarbeit und der kulturelle Austausch mit Bildungseinrichtungen das Wissen in Sachen Nachhaltigkeit und schaffen ein Vermächtnis, das öffentlich und für alle zugänglich sein sollte, um eine intelligente Nutzung zu fördern, die auf die Wirksamkeit von territorialen und städtischen Projekten abzielt.
 
Ziel 5: GESCHLECHTER GLEICHHEIT

Ziel 5: GESCHLECHTER GLEICHHEIT

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

In der Planung ist es entscheidend, angemessene Dienstleistungen und Einrichtungen vorzusehen, die es Frauen ermöglichen, ihre privaten, familiären und beruflichen Bedürfnisse bestmöglich miteinander zu vereinbaren. Die Verfügbarkeit und leichte Erreichbarkeit solcher Dienstleistungen und Infrastrukturen müssen in den Planungsentscheidungen gewährleistet sein. Auch die Sicherheit öffentlicher Orte ist bei der Genehmigung von Projekten zu berücksichtigen. So sollten Orte, städtische Räume und Infrastrukturen vermieden werden, die Ausgrenzung und Gewalt begünstigen können.
 
Ziel 6: SAUBERES WASSER und SANITÄR EINRICHTUNGEN

Ziel 6: SAUBERES WASSER und SANITÄR EINRICHTUNGEN

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Klimawandel und Bevölkerungswachstum machen den Schutz des Grundwassers ein entscheidendes Thema. Die Schneefälle in unserer Region sind in den letzten vierzig Jahren um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen, was ernste Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel hat; die Region Trentino-Südtirol ist zu über 90 Prozent vom Grundwasser abhängig.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen städtebauliche und architektonische Richtlinien eine verantwortungsbewusste und zirkuläre Nutzung von Wasser fördern und das städtische Wachstum kontrollieren, so dass die Bodenversiegelung reduziert wird. In Gebäuden sollten Verfahren und Technologien gefördert werden, die auf die Schaffung eines integrierten Wasserzyklus abzielen (Doppelsysteme, Speicherung, Klärung und Wiederverwendung). Dieser Ansatz soll die Ressource Wasser schützen und ihre Nutzung verträglicher machen.
Diese Maßnahmen sind notwendig, um lebenswichtige Ressourcen für Landwirtschaft und Ökosysteme zu erhalten und den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
 
Ziel 7: BEZAHLBARE und SAUBERE ENERGIE

Ziel 7: BEZAHLBARE und SAUBERE ENERGIE

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

In Trentino-Südtirol entspricht die Verteilung des Gesamtenergieverbrauches den europäischen Durchschnittswerten: Fast 50 Prozent der Energie verbrauchen Gebäude. Die von der EU geförderten neuen Standards setzen sich für die kommenden Jahre das ehrgeizige Ziel des Zero Energy Buildings.
Obwohl wir auf einem bereits durchschnittlich hohen Niveau starten, ist es auf lokaler Ebene erforderlich, die Energieeffizienz der Gebäude und die Nutzung von selbst erzeugter erneuerbarer Energie weiter zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine Energiekultur in der architektonischen und städtebaulichen Planung entwickelt werden, die Wissen vertieft und spezifischer Kompetenzen fördert. So geht sie über die reine Anwendung von Referenzmodellen hinaus. Damit soll eine neue Sprache kreiert werden, die das Leistungsniveau erhöht, ohne dabei die perzeptiven, psychologischen und symbolischen Aspekte zu vernachlässigen, die der Mensch seit jeher dem Umgang mit Raum zuschreibt, indem er ihn verändert. Im Wesentlichen geht es darum, die energetischen Anforderungen in das Erscheinungsbild, die Form und die Organisation von Gebäuden und Städten zu integrieren (vom Smart Building über die Smart City bis zum Smart Grid). Es wird Raum geschaffen für Innovation und kreatives Denken – Elemente, die schon immer für die berufliche Praxis in der Architektur kennzeichnend sind.
 
Ziel 8: MENSCHENWÜRDEIGE ARBEIT und WIRTSCHAFTSWACHSTUM

Ziel 8: MENSCHENWÜRDEIGE ARBEIT und WIRTSCHAFTSWACHSTUM

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Das sozioökonomische Modell unserer Region steht seit geraumer Zeit unter starkem wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Druck. Es handelt sich um ein Modell, das einen Konsumismus fördert, der nicht der realen Kaufkraft entspricht und nicht den Anforderungen der Nachhaltigkeit gerecht wird. Unser Gebiet, das jahrhundertelang vielen Veränderungen widerstanden hat, erlebte in den letzten Jahrzehnten eine unaufhaltsame Transformation. Eines der destabilisierenden Elemente von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Tourismus, der sich als eine Störung im Gefüge der räumlichen Beziehungen und architektonischen Formen manifestiert. Die Reaktion auf dieses Phänomen ist sehr differenziert: Sie schwankt zwischen der Verteidigung konservativer Positionen und dem unkritischen Ausverkauf des kulturellen und identitären Erbes der Gemeinschaft. Die Gefahr besteht darin, die Landschaft zu instrumentalisieren, über die Realität hinauszugehen und die Natur in etwas Künstliches zu verwandeln, das dem Gebrauch und Konsum der Gäste dient. Die Auswirkungen des Tourismus müssen jedoch mit Weitblick und Aufmerksamkeit gehandhabt werden. Der Sektor – wenngleich von immenser Wichtigkeit für die gesamte Region – hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Umwelt, wie die Überlastung der Infrastruktur und die Zunahme der Bodenversiegelung (auch in Gebieten von hohem landschaftlichem Wert), sondern kann auch negative kulturelle und soziale Rückwirkungen zeitigen. Man neigt dazu, ein Vorzeigemodell einer Landschaft zu erzwingen, das die Realität vorwegnimmt und übertrifft. Eine Folge davon ist, dass das ikonische Landschaftsbild sowohl für Architekturschaffende als auch für Auftraggebende zum Referenzmodell wird. Wenn diejenigen, die Landschaft und Architektur gestalten, versuchen, zum Stereotyp der ursprünglichen Perfektion zurückzukehren, neigen sie dazu, formale Lügen vor dem Hintergrund einer rein inszenierten Natur zu produzieren. Die wirtschaftlichen, demografischen und ökologischen Veränderungen zwingen uns nun dazu, über ein alternatives städtisches Entwicklungsmodell im regionalen Maßstab nachzudenken – in der Folge muss auch die Rolle des Tourismus neu gedacht werden. Nachhaltiges Denken und Planen bedeutet zwangsläufig, Gemeinschaften, Wirtschaften und Lebensstile zu überdenken und neu zu gestalten.
 
Ziel 9: INDUSTRIE, INNOVATION und INFRASTRUKTUR

Ziel 9: INDUSTRIE, INNOVATION und INFRASTRUKTUR

Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Innovative Architektur muss nicht zwangsläufig neue Technologien schaffen, sondern kann auch Bautechniken aus der Vergangenheit wiederbeleben. Diese Bautechniken spiegelten bereits einige heutige Prinzipien der „Nachhaltigkeit“ wider, wie die Anpassungsfähigkeit an den Kontext, die lokale Identität und die Wirtschaftlichkeit. Sie verwendeten lokale Materialien und verbrauchten weniger Ressourcen. Dieser Ansatz fördert die Bewahrung von Traditionen und die weise Nutzung von Ressourcen. Zusammengefasst kann das Wiederherstellen und Anpassen von Bautechniken aus der Vergangenheit eine äußerst innovative Handlung darstellen und die nachhaltige Architektur leiten, indem es kulturelle Vielfalt respektiert und Resilienz sowie Anpassungsfähigkeit im Laufe der Zeit fördert.
 
Ziel 10: WENIGER UNGLEICHHEITEN

Ziel 10: WENIGER UNGLEICHHEITEN

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Stadtplanung und Architektur haben zu einer Verschärfung von Ungleichheiten beigetragen, indem sie Randgebiete vernachlässigt und eine klare Trennung zwischen Stadtzentrum und Peripherie geschaffen haben. Diese Politik hat zu einem Mangel an Dienstleistungen und einer Abnahme der Lebensqualität für diejenigen geführt, die nicht in zentralen Gebieten leben. Die starre Zonierung hat zu zerrissenen Städten geführt, in denen die Wege zwischen Arbeitsplatz, Wohnort und Erholungsräumen lang sind. Wohnraum wird immer schwerer leistbar, was soziale Ungleichheiten verstärkt. Die zukünftige Politik sollte das städtische Gefüge wiederherstellen, das öffentliche Verkehrssystem verbessern und eine Durchmischung von Funktionen, sozialen Schichten und Generationen fördern. Diese Maßnahmen können Ressourcen gerechter verteilen und das allgemeine Wohlbefinden sowie den sozialen Zusammenhalt verbessern.
 
Ziel 11: NACHHALTIGE STÄDTE und GEMEINDEN

Ziel 11: NACHHALTIGE STÄDTE und GEMEINDEN

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Das Hauptziel für unsere Städte und Gemeinden ist die Absicherung gegen die Auswirkungen von Klimawandel und Naturkatastrophen sowie gegen Gefahren durch menschliche Aktivitäten (Verkehr, schädliche Emissionen usw.) und Kriminalität. Besonderes Augenmerk muss die Stadt- und Bauplanung auf die Neugestaltung von Räumen legen: Zum einen sollen Räume resilienter werden, indem Grünflächen und Gewässer erweitert werden. Zum anderen sollen sie sicherer werden. Dafür müssen ihre Funktionen, die Raumgestaltung, Verkehr, Zeitpläne, Beleuchtung, Sichtbarkeit und die Qualität der Eingriffe bedacht werden. Für öffentliche wie private Maßnahmen müssen die Instandhaltung und Erneuerung des Bau- und Stadtplanungserbes angemessen gewährleistet sein, um einem Verfall vorzubeugen. Die Gestaltung städtischer Räume und öffentlicher Dienste muss diese Schwerpunktlegung auf Lebensqualität, Barrierefreiheit und öffentliche Nutzbarkeit unter Bedingungen der Sicherheit von städtischen Räumen und Orten verinnerlichen. Die Planung, die per Definition multidisziplinär und langfristig ausgerichtet ist, ist das grundlegende Instrument. Sie vermag es, bei Projektentscheidungen Nachhaltigkeit im Sinne der Integration und Interaktion von städtischer und territorialer Planung sowie architektonischer und landschaftsarchitektonischer Gestaltung zu gewährleisten. Energieeffizienz, Gesundheit, Qualität von Gebäuden, Städten und Regionen sind notwendig. Sie alle müssen durch Prozesse in Einklang gebracht werden, die Komplexität und wechselseitige Interaktionen berücksichtigen können.
 
Ziel 12: NACHHALTIGE/R KONSUM und PRODUKTION

Ziel 12: NACHHALTIGE/R KONSUM und PRODUKTION

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Die Auffassung, dass die urbanisierte Umwelt keinem unveränderlichen Pfad folgt, sondern die Fähigkeit hat, sich selbst zu regenerieren, einen Lebenszyklus zu durchlaufen und sich dabei neu zu interpretieren, wird zunehmend populärer. Das Thema der Wiederverwertung von Land, Städten und den dazugehörigen Materialien birgt eine innovative Perspektive: Das Konzept des Lebenszyklus kann dadurch erweitert werden, dass die Ebene der Baumaterialien überwunden wird, um auf die Ebene der Stadtplanung zu gelangen. Wenn das Recycling von Abfällen aus dem Bauwesen bereits ein diskutiertes und teilweise reguliertes Thema ist, so kommt den Abfällen, die durch die urbanistische Umgestaltung entstehen, noch nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu. Die Frage lautet: Was wird aus „städtischem Abfall“, wenn die Funktion eines urbanistischen Elements erschöpft ist? Gebäude, Infrastrukturen und Anlagen sind Elemente, die sich als regelrechtes urbanes Treibgut erweisen können, wenn sie ihren ursprünglichen Zweck verlieren (und die Gründe dafür können vielfältig sein, von klimatischen über wirtschaftliche bis hin zu sozialen Veränderungen). Die Idee besteht darin, im Vorfeld und somit in der Planungsphase dem Risiko vorzubeugen, dass unser Eingriff eines Tages zu Abfall wird – und damit zu einer sinnlosen Investition enormer Mengen an Ressourcen und Energie. Um dies zu erreichen, muss die Idee des Recyclings in ein neues Denkmuster eingebettet werden. Wie es bereits bei Baumaterialien der Fall ist, sollte sich auch das architektonische Design mit der möglichen Wiederverwendung des Gebäudes mit teilweise oder gänzlich anderen Funktionen als die, für die es geplant war, befassen. Die Ambition: Bereits der Entwurf enthält Strategien für eine zukünftige Wiederverwendung. Unter dem Gesichtspunkt der Kreislaufwirtschaft sind daher die zukünftigen Veränderungen, die für die Bauprojekte relevant werden, und die Veränderungen, denen die entsprechenden Umsetzungen im Laufe der Zeit unterliegen, nicht zu vernachlässigen. Dies fördert die Resilienz, die mögliche Anpassung und Modulation von öffentlichen und privaten Räumen in einem Umfeld, das schnellen Veränderungen von Funktion, Nutzung und Nutzenden unterliegt.
 
Ziel 13: MASSNAHMEN zum KLIMASCHUTZ

Ziel 13: MASSNAHMEN zum KLIMASCHUTZ

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Die Klimakrise gilt es – in unserer Region, wie auf der ganzen Welt –, an verschiedenen Fronten zu bekämpfen. Einige sind kritischer als andere, aber alle wichtig. Das erste Ziel, das in der Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur effektiv verfolgt werden kann, ist die Dekarbonisierung der gebauten Umwelt durch eine drastische Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen im gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und städtischen Bereichen. Es geht wieder darum, sorgfältig und kompetent den Einsatz von Material- und Energieressourcen zu planen, indem beispielsweise lokale Rohstoffe zum Einsatz kommen.
 
Ziel 14: LEBEN unter WASSER

Ziel 14: LEBEN unter WASSER

Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

In den Meeren sammelt sich das Wasser alle Flüsse. Es ist daher notwendig, nicht nur unsere Wasserläufe frei von Verschmutzung zu halten, sondern auch die Ufer vor Versiegelung zu schützen. Die Ufer- und Feuchtgebiete müssen auch im städtischen Bereich geschützt und erweitert werden.
 
Ziel 15: LEBEN an LAND

Ziel 15: LEBEN an LAND

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Es braucht einen Entwicklungsansatz, bei dem die Politik nicht mehr auf Kosten der Natur handelt und negative Auswirkungen eventuell ausgleicht. Stattdessen müssen natürliche Prozesse als Leitfaden dienen und die Aufrechterhaltung attraktiver, gesunder, multifunktionaler und widerstandsfähiger Lebens- und Arbeitsräume unterstützen.
Bei politischen Entscheidungen sollte der Natur der Vorrang eingeräumt werden, da sie die Grundlage unseres Daseins bildet. Ökosystemen sollten geschützt und wiederhergestellt werden, da sie die die grundlegenden Einheiten einer intakten Natur sind und Ökosystemdienstleistungen liefern. Im Besonderen sollte eine Planungskultur gefördert werden, die den Mut hat, auf neue Eingriffe zu verzichten oder zuvor vom Menschen genutzte Gebiete in ihren natürlichen Zustand zurückzuführen, insbesondere in Gebieten mit großem ökologischen Wert und in höheren Lagen.
 
Ziel 16: FRIEDEN, GERECHTIGKEIT und STARKE INSTITUTIONEN

Ziel 16: FRIEDEN, GERECHTIGKEIT und STARKE INSTITUTIONEN

Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Im architektonischen Planungsprozess ist die Beziehung zu Institutionen und der öffentlichen Verwaltungen ein grundlegendes Thema, das mit der Kultur des Bauens selbst zu tun hat. Die Qualität der Planung und des Baus ist eine Frage von öffentlichem Interesse, da sie die Landschaft schützen und die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern kann. Eine kohärente Projektentwicklung muss die funktionalen, sozialen und formalen Anforderungen berücksichtigen, die der Realisierung des Werks zugrunde liegen. So kann seine harmonische Eingliederung in die Umgebung gewährleistet werden. In der Planungswirtschaft sind das Timing und die Modalitäten der Genehmigungsphase entscheidend für den Erfolg des Projekts, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Effektive und transparente Institutionen müssen durch einfache Verfahren einen reaktiven Entscheidungsprozess sicherstellen, um nicht negativ auf die Planungsdynamik einzuwirken. Lange und komplexe Genehmigungsverfahren sowie bürokratische Redundanzen führen zu einem hohen Energie- und Kostenaufwand, der heutzutage nicht mehr tragbar ist: Sie wirken sich negativ auf die Qualität des Werks und damit auf die Baukultur aus, die – was nicht zu vergessen ist – immer positive oder negative Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft hat.
 
Ziel 17: PARTNERSCHAFTEN ZUR ERREICHUNG DER ZIELE

Ziel 17: PARTNERSCHAFTEN ZUR ERREICHUNG DER ZIELE

Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Die Welt der Architektur, Stadt- und Raumplanung in Trentino-Südtirol sowie das gesamte Baugewerbe kann die globale Partnerschaft durch gezielte Maßnahmen erheblich unterstützen.
Zunächst kann unser engmaschiges, flächendeckendes und inklusives Siedlungsmodell nach außen getragen werden. Die Planung und Stärkung von Chancen, Dienstleistungen und Infrastrukturen verhindert die Entvölkerung benachteiligter Gebiete und fördert deren Entwicklung.
In zweiter Linie kann die starke Präsenz ausländischer Arbeitskräfte im Baugewerbe, insbesondere aus Entwicklungsländern, in Verbindung mit angemessenen Ausbildungsprogrammen eine berufliche Wachstumschance für die betroffenen Personen darstellen. Bei einer Rückkehr in ihre Heimatländer können sie die erworbenen Kenntnissen erfolgreich in weniger entwickelten Kontexten einbringen.
Schließlich sollten beim Import von Baustoffen und Baustoffkomponenten aus dem Ausland, sofern die gleichen (ökologischen, aber auch wirtschaftlichen) Bedingungen vorliegen, Produkte bevorzugt werden, die positiv zum Wachstum fragilerer Wirtschaftssysteme beizutragen vermögen.
Im Umgang mit Räumen und Ressourcen, die zunehmend knapp und fragil sind, sind komplexe Lösungsansätze erforderlich. Dabei gilt es, technische Innovation mit den ästhetischen, psychologischen und symbolischen Werten der Architektur zu verbinden. Die architektonische und raumplanerische Praxis in den Provinzen Trient und Bozen haben im Laufe der Zeit viele Erfahrungswerte geliefert. Diese Erfahrungen repräsentieren wertvolles Wissen, das durch kulturellen, sozialen und technischen Austausch verbreitet werden kann, um die Umsetzung globaler Nachhaltigkeitsziele zu fördern. 
Von den beiden Vorständen der Architektenkammern BZ und TN im November 2023 beschlossen:
Arbeitsgruppe:
Niccolò Aste, Matteo Bolgan, Virna Bussadori, Nicola Chiavarelli, Mauro Marinelli, Stefano Peluso, Giorgio Tecilla, Ingrid Tosoni, Anna Viganò, Tullio Zampedri

 
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