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Vortrag Carsten Kriegenburg
Die "Mies"-Macher: Das Ehepaar Sophie & Alois Riehl und Ludwig Mies van der Rohe – Ein Dachbodenfund wird erstmals öffentlich vorgestellt
Mittwoch, 23. September 2026, 19.00–21.00 Uhr, Universität Bozen, Fakultät für Design und Künste, Universitätsplatz 1, Raum D1.01
Im Vortrag wird ein in Umfang und Inhalt außergewöhnlicher Dachbodenfund erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Er umfasst ein umfangreiches Konvolut von rund 1.000 Briefen und Dokumenten aus der Korrespondenz des Ehepaars Sophie und Alois Riehl (1844–1924) sowie Briefe aus ihrem familiären Netzwerk. Der Referent Carsten Kriegenburg gibt neue, private Einblicke in das Leben und das Umfeld des aus Bozen stammenden Philosophen und Universitätsprofessors Alois Riehl und seiner Frau Sophie (1855–1928). Alois Riehl war der Bruder des hierzulande bekannten Eisenbahnpioniers, Ingenieurs und Unternehmers Josef Riehl (1842–1917). Neben den schriftlichen Dokumenten werden auch etwa 60 bisher unbekannte Autochrome der Familie aus den Jahren 1910–1913 vorgestellt. Diese seltenen frühen Farbfotografien zeigen historisch wertvolle Aufnahmen von Südtiroler Landschaften und Orten wie dem Ritten, dem Rosengarten, dem Schlern, Bozen, Seis und Kastelruth. Von besonderer architekturhistorischer Bedeutung sind die frühen Farbaufnahmen des Hauses Riehl in Potsdam-Neubabelsberg (Klösterli), dem Erstlingswerk des Architekten Ludwig Mies van der Rohe aus den Jahren 1908–1909. Der Vortrag gibt einen ersten Überblick über das vorhandene Material und beleuchtet dessen mögliche Bedeutung für die Philosophie-, Kultur- und Architekturgeschichte.
Carsten Kriegenburg ist Bauingenieur und Sachverständiger und sammelt seit Jahrzehnten historische Film- und Fototechnik sowie entsprechende Film- und Fotodokumente. Dem geschulten Blick des passionierten Sammlers verdankt die Forschung einen sensationellen Fund: Über eine Online-Auktion erwarb er vor einigen Jahren das Riehl-Konvolut – ungesichtet als „Katze im Sack“. Anstatt es gewinnbringend zu zerteilen oder einzulagern, ist er seit dem Kauf dabei, die Informationen in aufwändiger Transkriptionsarbeit zu erschließen und durch umfangreiche Recherchen zum Thema zu ergänzen. Durch die präzise Auswertung des Fundes konnte er unter anderem die entscheidende Rolle des Ehepaars Riehl als frühe Förderer und „Macher“ hinter der Weltkarriere von Ludwig Mies van der Rohe belegen.
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